Mit welcher Kreditkarte gehen Sie auf Einkaufstour?
Auf dem Vormarsch sind Prepaid Kreditkarten. Wer es dem Ratenkauf vorzieht, sein Produkt der Begierde sofort zu bezahlen, aber aus verschiedenen Gründen keine Kreditkarte bekommt, findet hier eine Alternative. Diese ermöglicht nun auch Geringverdienenden, Auszubildenden, Arbeitslosen oder aber auch Personen, deren Schufa-Auskunft negativ ist, das weltweite Abheben von Bargeld und die Nutzung zur Zahlung in Geschäften und dem Internet.

Der grundlegende Unterschied liegt darin, dass die Zahlungen nicht auf Kredit- sondern auf Guthabenbasis abgewickelt werden. Der Karteninhaber erhält von seiner Bank also kein Kreditrahmen, sondern muss sein Konto im Vorfeld mit einem Betrag seiner Wahl decken, bevor er die Prepaid Kreditkarte einsetzen kann. Also Kohle auf das Stück Plastik und ab geht die Luzie – Einkaufen auf Teufel komm raus, bei weltweit über 24 Millionen Händlern einsetzbar. Die fehlende Finanzierungsform ist auf den ersten Blick der einzige Nachteil zu der “normalen” und normalerweise ständig überzogenen Kreditkarte. Dafür kommt nun wirklich jeder (je nach Anbieter ab 14, oder 18 Jahren) in den Genuss einer solchen Prepaid Karte und öffnet sich somit die Pforten zum elektronischen Zahlungsverkehr am Point of Sale. Ob Geschäft oder Internet. Hierzulande steckt dieser Markt, wie in so vielen Bereichen, noch in den Kinderschuhen. Während Prepaid Kreditkarten in Amerika längst zum Standardangebot jeder Bank gehören, wurden laut einem Artikel der Welt-Online von der Landesbank Berlin die diesbezüglich in Deutschland als Vorreiter gilt über 50.000 Karten verkauft. Doch das Interesse steigt merklich, was besonders in der Zeit vor den Ferien zu bemerken ist.
“Die Karte ist eine gute Lösung, wenn sich Minderjährige im Ausland mit Bargeld versorgen müssen, zum Beispiel dort die Schule besuchen oder auf Klassenfahrt sind”, empfiehlt Stiftung Warentest. Während hier dem Angebot der Landesbank Berlin ein gutes Zeugnis ausgestellt wird, stehen andere Verbraucherschützer den aufladbaren Kreditkarten kritisch gegenüber. Die Finanzexpertin der Verbraucherzentrale NRW, Kerstin Föller, steht als Verbraucherschützer diesem Pendant zur Kreditkarte eher kritisch gegenüber. “Wir fragen uns, wem diese Karten wirklich etwas nützen”. “Die angesprochene Klientel verfügt häufig nicht über genug Geld, um die Karte tatsächlich einzusetzen”, weiß Föller. Außerdem handele es sich bei den Prepaid-Kreditkarten eigentlich um Tagesgeldkonten – “bei denen man der herausgebenden Bank noch eine Gebühr dafür zahlen muss, dass man an sein eigenes Geld kommt”, erklärt Föller. Denn wenn Kinder auf Klassenfahrt in Europa unterwegs sind, reiche auch die herkömmliche EC-Karte zum Bezahlen aus.
Zukünftige Besitzer müssen sich wie so oft auch hier durch einen unübersichtlichen Tarifdschungel kämpfen, an dessen Ende mehr oder weniger hohfe Gebühren stehen. Meistens arbeiten hier die Anbieter mit einer jährlichen Grundgebühr. Die PetaFuel GmbH aus Freising zu Beispiel, lässt sich Ihre “MajorCard” 45€ im Jahr kosten. Die “LBB Visa prepaid”-Karte der Landesbank Berlin kostet 39 Euro jährlich. Der Vorteil bei den Berlinern liegt in der Verzinsung des Geldes mit bis zu 3,25 Prozent, was eher ungewöhlich ist.
Einmal mehr gilt es, das Kleingedruckte zu beachten. Viele der Anbieter berechnen eine einmalige Einrichtungsgebühr, die zwischen 50 und 100 Euro liegen kann. Auch bezüglich der Nebenkosten gilt es die Angebote zu vergleichen. Während Anbieter wie die Landesbank Berlin einen Fixbetrag von 2,50 Euro für jede Abhebung am Geldautomaten verlangen, gibt es bei einigen Tarifen keine Begrenzung. Hinzu kommt, dass bei einigen Produkten zudem auch noch das Aufladen der Karten bezahlt werden muss.
Mit einer besonders niedrigen Jahresgebühr von 16,90€ wirbt die Eypo AG. Der Haken an diesem “Schnäppchen”: Diese Gebühr muss für ganze 10 Jahre (!) im Voraus entrichtet werden. Nicht zuletzt deshalb warnt die Zeitschrift “Finanztest” ausdrücklich vor diesem Produkt der Schweizer und listet die “Eypocard” auf der offiziellen Warnliste der Stiftung Warentest.
Wer jedoch seinem Kind einen Gefallen tun und ihn mit einer Prepaid Kreditkarte ausrüsten will, findet hier den Produkttest einer als “gut” eingestuften Variante der Dresdner Bank und hier geht es direkt zum Angebot.
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